Kostprobe
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Mit diesem Beispiel möchten wir Ihnen unseren Beratungsansatz mal auf eine etwas andere Art vorstellen. Dabei setzen wir auch unsere Agentur-Protagonisten Sokrates und MacGyver ein. Durch das "sokratische Gespräch" mit unseren Kunden gelangen wir zum Wesentlichen, zum Besonderen eines Unternehmens und können dann die spezifische Marketingstrategie darauf aufbauen. Mit der MacGyver-Methode finden wir die kreativen Ressourcen für eine aufmerksamkeitsstarke Kampagne.
Meeting im firmeneigenen Konferenzraum, um Ideen und Ziele einer lokalen Marketing-Kampagne zu entwickeln. Anwesend sind der Geschäftsführer, der Vertriebsleiter, der Marketingleiter, der Personalchef, diverse andere Abteilungsleiter, MacGyver und Sokrates.
Der Geschäftsführer eröffnet die Sitzung: „Meine Damen und Herren, ich darf Sie herzlich begrüßen und auch gleich zur Sache kommen: Unser Marketingleiter möchte eine lokale Marketing-Kampagne durchführen und hat diesen gemeinsamen Termin vorgeschlagen, um in einem größeren Kreis entsprechende Ideen zu sammeln. Wie im Marketing üblich, dürfen wir jetzt alle mal so richtig losspinnen, um mal was ganz Verrücktes zu entwickeln. Also, wer fängt an?“ Sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge wie er erwartungsvoll lächelnd in die Runde blickt? Sicher wissen Sie auch aus eigener Erfahrung, was als Nächstes passiert? Genau. Nichts.
Als das Schweigen zu betreten wird, meldet sich Sokrates mit einem leichten Hüsteln zu Wort:“Äh, entschuldigen Sie meine Unwissenheit, aber was genau wollen wir mit der Kampagne erreichen?“ Der Vertriebsleiter verdreht die Augen und poltert sofort los: „Na, was wohl? Natürlich, dass wir anschließend mehr verkaufen.“ „Nicht so voreilig“, fällt ihm der Marketingleiter ins Wort, „eigentlich steht diesmal die Kundenbindung im Vordergrund. Die Fluktuationsrate in diesem Bereich ist in den letzten neun Monaten so hoch wie noch nie in unserer Firmengeschichte gestiegen. Früher waren unsere Kunden viel treuer, heute gilt das alles nichts mehr. Sobald ein Wettbewerber günstiger ist, springen die schon ab.“
„Dann ist doch alles klar“, meint der Geschäftsführer, „dann hauen wir in der Guerilla Marketing-Kampagne mal voll auf den Preis. Dann kann die Konkurrenz eben sehen, wo sie bleibt.“ Sokrates schüttelt den Kopf:„Seit wann hängt die Kundenbindung denn vom Preis ab? Können nicht ganz andere Faktoren zur Abwanderung geführt haben?“ Der Personalchef nickt zustimmend. „Wir hatten früher viel mehr Fachkräfte, die sich sowohl um den Service als auch um das Beschwerdemanagement gekümmert haben.“ Das Lächeln des Geschäftsführers ist nun endgültig verschwunden. „Das war früher, mein Lieber, heute sehen die Zeiten anders aus. Das können Sie sich gerne mal vom Aufsichtsrat erklären lassen.“ „Was genau ist heute anders?“, hakt Sokrates nach. „Die Kunden sind heute aufgeklärter. Sie haben ganz andere Möglichkeiten sich zu informieren. Allein durch das Internet. Und damit sind sie auch automatisch kritischer.“, erklärt der Vertreter der IT-Abteilung.
„So kommen wir nicht weiter“, meldet sich MacGyver zu Wort, „wir haben nach wie vor sehr viel Potenzial, das wir einfach nur abrufen müssen. Ich hab da mal was vorbereitet.“ „Streber!“, zischte jemand. MacGyver lässt sich nicht beirren. „Wir sind das Unternehmen mit der längsten Tradition in dieser Gegend. Ganze Generationen von Familien haben hier Arbeit gefunden und unsere Produkte haben die Region bekannt gemacht. Die Leute waren stolz darauf, bei uns zu arbeiten und daher war es für sie selbstverständlich die Produkte nicht nur zu kaufen, sondern auch zu empfehlen.“ „Waren es nur die Produkte, die die Leute begeisterten?“ fragte Sokrates. „Nein“, antwortete der Geschäftsführer, „mein Großvater sprach immer von der besonderen Gemeinschaft, die diese Verbundenheit auslöste. Ob Unternehmensleitung, Kunden, Mitarbeiter oder Lieferanten, sie alle standen in einem ständigen Austausch. Da gab es keine Kommunikationsbarrieren. Er meinte, dieses gute Miteinander gäbe es nur in dieser Region. Hier würden die Menschen offen und ehrlich zueinander sein, quasi das Herz auf der Zunge tragen.“ Sokrates lächelte.
Wenige Wochen später startet die Marketing-Kampagne „Wir tragen das Herz auf der Zunge“:
Baustein 1: Fotowettbewerb zum Thema „Wir tragen das Herz auf der Zunge.“
Baustein2: Guerilla Marketing-Aktion in der Fußgängerzone. Es wurden Schoko-Herzen an Passanten verteilt, die sich diese auf die Zunge legten. Dabei wurden sie fotografiert, die Fotos auf die Kampagnen-Website gestellt.
Baustein 3: Durchführung von Lesungen in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Thema „Wir tragen das Herz auf der Zunge“. Bekannte Dichter, Kabarettisten, Politiker aber auch Amateur-Schriftsteller, Schüler, Hausfrauen waren eingeladen, ihre Werke in der S-Bahn, im Bus, im Regionalexpress vorzulesen, vorzutragen, vorzusingen, vorzuspielen.
Baustein 4: Die Ergebnisse aller Bausteine wurden gesammelt, fotodokumentiert und in einem Bildband zusammengefasst. Dieser Bildband wird an Kunden und Besuchern der Unternehmensführungen verteilt.